Osteopathie

Was ist Osteopathie?

Entscheidende Voraussetzung für eine osteopathische Behandlung ist die genaue Kenntnis der Anatomie (der Bauweise) und der Physiologie (der Funktionsweise) des menschlichen Körpers. Neben diesem Wissen benötigt der Osteopath für seine Tätigkeit manuelle Fertigkeiten und fühlende, verständnisvolle und mitunter auch zupackende Hände.

Die Osteopathie basiert auf den vier Grundprinzipien

Ganzheitlichkeit, Selbstheilungskräfte / Autoregulation, Wechselbeziehung zwischen Struktur und Funktion, Freier Fluss der Körperflüssigkeiten

Die wichtigste Basis für die Behandlung ist eine klare Diagnosestellung. Vor Beginn der Behandlung erfolgt deshalb immer eine ausführliche Befundung und Abklärung. Eine Behandlung dauert in der Regel 60 Minuten. Für den ersten Termin plane ich sogar 90 Minuten ein (Anamnese und Untersuchung).

Bei akuten Beschwerden erfolgen die Anwendungen in relativ kurzem Abstand, bei chronischen Erkrankungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen.

Anwendungsgebiet der Osteopathie

Osteopathie wird effektiv angewendet bei Schmerzen oder Beeinträchtigungen, welchen eine Funktionsstörung zugrunde liegt.

In der Osteopathie wird dafür der Begriff Dysfunktion verwendet. Dabei wird die primäre Dysfunktion, also die zuerst aufgetretene unterschieden von allen sekundären bzw. nachfolgenden.

Lassen Sie mich beispielhaft einige osteopathische Ketten zeigen.

Ein Umknicken des Fußes kann eine Blockierung (einiger) Fußwurzel- oder Mittelfußgelenke nach sich ziehen. Das hat Auswirkung auf die Statik des Beines, den Gang und kann langfristig, also über Jahre, zu Beschwerden in Becken oder Hüfte führen.

Eine unbewegliche Leber oder ein geschwollener Darm können ebenfalls zu einer veränderten Statik der Wirbelsäule, des Beckens führen und damit Beschwerden an Muskeln und Gelenken verursachen.

Auch Zähneknirschen oder -pressen nachts oder auch tagsüber kann schmerzhafte Fehlfunktionen an Schulter, Nacken, Brustwirbelsäule bis Becken hervorrufen.

Meine Aufgabe als Osteopathin besteht also darin, die zugrundeliegende Dysfunktion zu finden, zu lösen und die Folgekette wieder in Balance und Bewegung zu bringen.

Schwangerschaft, Geburt

Schwangerschaft und Geburt sind die Ereignisse, die uns existieren lassen, das Leben weitergeben. Sie sind bedeutungsvoll und grundlegend.

Während den letzten Schwangerschaftsmonaten leiden einige Frauen unter zunehmenden Rückenbeschwerden, Schmerzen beim Gehen, Schwierigkeiten beim Atmen, Sodbrennen, Kribbeln oder Taubheit in den Beinen. Hierbei kann ich durch sehr sanftes und effektives Lösen innerer „Verspannungen“ in Becken, Bauch- und Brustbereich helfend zur Seite stehen.

Es ist immer ein Grund zur Freude, wenn eine Frau eine gute Zeit der Schwangerschaft erleben kann und es nach der Geburt der jungen Mutter und dem Neugeborenen gut geht.

Kinder/Babys

Manche Babys jedoch schreien viel oder können nicht gut aus der Brust trinken, halten den Kopf eher einseitig, sehen vielleicht sogar etwas schief aus, mögen es überhaupt nicht auf dem (eigenen) Bauch zu liegen.

Ältere Babys schaffen es nicht, sich zu drehen, überspringen das Krabbeln und versuchen, gleich aufzustehen.

Das ist ein weiterer, sehr dankbarer Anwendungsbereich der Osteopathie, da Babys und Kinder über große Vitalität und Regulationsfähigkeit verfügen, wenn man ihnen aus (evtl. geburtsbedingten) Blockaden hilft.

FAQ Osteopathie

Beim ersten Termin erfolgt eine gründliche Anamnese. Ich frage Sie nach sämtlichen momentanen Beschwerden, wann und unter welchen Umständen diese auftreten.

Daraus ergeben sich weitere Fragen nach Vorerkrankungen, Operationen, Unfällen usw. Anschließend erfolgt die Untersuchung. Dafür bitte ich Sie darum, Oberbekleidung abzulegen. Ich empfehle Ihnen, bequeme Unterwäsche zu tragen, in der Sie sich wohlfühlen.

Nach genauer Inspektion/Betrachtung führe ich verschiedene Bewegungstests durch: wie beweglich sind Hals/Wirbelsäule/Hüften … Das Ziel dabei ist, die primäre Dysfunktion zu finden, also diejenige Bewegungseinschränkung, welcher das heutige Problem, der Schmerz zugrunde liegt.

Da unser Körper dankenswerterweise viele Möglichkeiten zur Kompensation, zum Ausgleich beherrscht, können auch eine OP, ein Unfall, langjährige Arbeitshaltung die Ursache für aktuelle Beschwerden sen.

Diese Ursache gilt es zu finden.

Befunde von Laboruntersuchungen, Röntgen/MRT-Befunde, Medikamentenliste sind sicherlich hilfreich, aber nicht notwendig

Ein Laken habe ich für Sie da.

Akute Beschwerden, wie „Hexenschuss“ oder steifer Nacken können häufig relativ einfach und schnell mit Besserung behandelt werden.

Auch bei schon länger bestehenden Beschwerden kann rasche Besserung möglich sein, wenn es eine Dysfunktion aus lange zurückliegendem Trauma gibt, z.B. einen verstauchten Fuß vor xyJahren. U.U. kann ich diese Blockierung rasch finden und durch Techniken der parietalen Osteopathie lösen, das System befreien.

Chronische Beschwerden sind in der Regel länger „aufzudröseln“

Erfahrungsgemäß werden zwischen 2-5 Behandlungen benötigt. Diese Aussage bitte als Richtwert verstehen.

Da die Osteopathie in Deutschland als Heilkunde gilt, darf sie nur von Heilpraktikern und Ärzten praktiziert werden. Diese Regelung dient dem Schutz der Patienten, da Ärzte und Heilpraktiker in Diagnose und Differentialdiagnose ausgebildet sind.

Ärzte haben aufgrund des Medizinstudiums naturgemäß die fundiertere Ausbildung. Heilpraktiker mit Berufserlaubnis (Prüfung vor Gesundheitsamt bestanden) kennen ihre Grenzen bei Diagnostik und Behandlung und werden bei Verdacht auf bestimmte Erkrankung dem Patienten die schulmedizinische Behandlung anraten.

Die Osteopathie hat ihr eigenes, einzigartiges Konzept, das sie von Physiotherapie, Krankengymnastik und manueller Therapie völlig unterscheidet. Das osteopathische Konzept besteht aus der ganzheitlichen Sicht auf den Menschen, bei der die permanente Interaktion, das wechselseitige aufeinander Einwirken, zwischen dem Bewegungssystem und allen anderen Geweben im Mittelpunkt steht.