FAQ TCM
Wie lange dauert eine TCM-Behandlung normalerweise? Muss ich dafür oft in die Praxis kommen?
Wie lange die TCM-Therapie Ihrer Beschwerden dauert, hängt meist von mehreren Faktoren ab:
Akute Erkrankungen lassen sich oft rasch behandeln. Ein Beispiel: Sie saßen am geöffneten Fenster und haben nun einen so steifen Nacken, dass Sie Ihren Kopf, auch unter starken Schmerzen, kaum noch bewegen können. „Chinesisch“ betrachtet ist dort ein „pathogener Faktor“ eingedrungen. Mit Akupunktur, Gua Sha oder Schröpfen wird dieser pathogene Faktor eliminiert, der Schmerz verschwindet und die Beweglichkeit ist wiederhergestellt.
Bei Erkrankungen, die dagegen schon Monate oder Jahre bestehen – wie etwa Migräne oder Bluthochdruck – sind in der Regel mehrere Behandlungen nötig. Die TCM-Behandlung setzt bei Ihrer Therapie bei den ursächlichen Krankheitsmechanismen an, um einen anhaltenden Behandlungserfolg zu erreichen. Maßgeblich beschleunigen können Sie Ihren Gesundungsprozess oftmals, wenn Sie selbst mit einer Ernährungsumstellung und/oder dem Praktizieren von Taiji und Qi Gong dazu beitragen.
Übrigens, auch lange bestehende Schmerzsyndrome lassen sich mit TCM-Methoden mitunter schnell kurieren, durch sogenannte „blutbewegende Methoden“: Mit Akupunktur, Schröpfen, chinesischen Kräutern oder Moxibustion.
Stimmt es, dass man keinen Kaffee mehr trinken darf, wenn man sich mit TCM behandeln lässt?
Nein – Sie können genussvoll Ihren Kaffee weiter trinken. Anders als beispielsweise in der Homöopathie, gibt es bei einer TCM-Behandlung hier keine generellen Einschränkungen. Lediglich direkt vor Ihrer TCM-Anamnese sollten Sie keinen Kaffee trinken – oder auch keine Blaubeeren oder Lakritz essen – sonst verfärbt sich Ihr Zungenbelag und ist nicht mehr präzise zu interpretieren. Massiver Kaffeekonsum kann natürlich auch ursächlich sein für verschiedene Beschwerden – etwa bei Schlafstörungen, Bluthochdruck oder Unruhezuständen – dann werden wir dies konkret in der Therapie besprechen und ich werde Ihnen, zusätzlich zu Ihrer Therapie, Empfehlungen zum Kaffeegenuss und zu weiteren Speisen und Getränken geben.
Tut Akupunktur weh?
Der Einstich der feinen Akupunkturnadeln wird oft nur als leichter, kurzer Schmerz wahrgenommen, der kaum mit dem einer Blutentnahme vergleichbar ist. Desweiteren habe ich verschieden dünne Nadeln zur Verfügung (u.a. „Kindernadeln“).
Die Nadeln bleiben im Schnitt zwischen 20 und 30 Minuten im Körper, bei Kindern kürzer. Als PatientIn liegen Sie dabei ganz entspannt.
Was sollte man nach der Akupunktur nicht machen?
Es ist ratsam, zwei Tage lang nach der Behandlung keine anstrengenden Aktivitäten zu unternehmen. Selbstverständlich sollten Sie vor oder nach der Behandlung keinen Alkohol oder Drogen konsumieren.
Welche Nebenwirkungen können bei der Akupunktur auftreten?
Bei der Akupunktur handelt es sich um eine ausgesprochen nebenwirkungsarme und sichere Methode. Der Einstich mit einer feinen Nadel kann u. U. ein leichtes Schmerzempfinden auslösen, das aber i. d. R schnell wieder nachlässt. Wird ein kleines Blutgefäß getroffen, kann es etwas bluten, meist nur in Größe eines Stecknadelkopfes. Die Blutung hört meist innerhalb von Sekunden wieder auf. Damit einhergehend ist in äußerst seltenen Fällen ein kleiner blauer Fleck möglich.
Patienten, die Blutverdünner einnehmen, sollten sich im Vorweg an ihren behandelnden Arzt wenden, ob die Akupunktur angewendet werden darf. Dies ist meist kein Problem vor dem Hintergrund der heutzutage verwendeten feinen Nadeln.
Da Akupunktur auch auf das vegetative Nervensystem wirkt, können empfindliche Personen Kreislaufreaktionen zeigen. Daher empfiehlt es sich, die PatientInnen stets auf einer Liege zu lagern. Diese Reaktion des Psychovegetativums ist äußerst selten.
Extrem selten sind allergische Reaktionen auf die Nadeln. Es handelt sich um eine hochwertige Stahllegierung, wie sie auch in der Chirurgie eingesetzt wird. Bei einer allergischen Reaktion kann sich ein roter „Kranz“ um die Einstichstelle bilden, der nach Entfernen der Nadel zunächst bestehen bleibt und evtl. mehr oder weniger juckt.
Insgesamt gehört Akupunktur zu den nebenwirkungsärmsten therapeutischen Methoden.
Kann ich chinesische Arzneimittel einfach im Internet bestellen? Dort ist es ja oft viel günstiger als in der Apotheke.
Ganz eindeutig: Nein! Denn gerade in den Apotheken unterliegen chinesische Arzneimittel hohen Qualitätsanforderungen.
- Bereits bei der Herstellung, nach der Ernte der Arzneikräuter, legen zertifizierte Zulieferer hohe Maßstäbe an die Beschaffenheit und Reinheit an.
- Die Apotheken, die die gute und gleichbleibende Qualität für die Verbraucher letztlich verantworten, arbeiten mit hohen Prüfstandards: Von der Identitätsprüfung mittels MIR (mittlere Infrarotspektroskopie) bis hin zur Dünnschichtchromatographie und weiteren Reinheitskontrollen, um Aflatoxine (Pilzgifte), Schwermetalle, mikrobielle Verunreinigungen und Pestizide aufzuspüren.
Ich werde die Rezeptur bei einer speziell hierfür zugelassenen Apotheke für Sie bestellen. So können Sie sicher sein, dass Ihre chinesischen Arzneimittel hohe Qualitätsstandards erfüllen.
Ich lebe vegan. Kann ich trotzdem die Chinesische Arzneimitteltherapie nutzen? Es könnten doch tierische Produkte enthalten sein.
Wenn Sie auf tierische Produkte verzichten möchten, dann sprechen Sie mich einfach konkret darauf an. Es ist in der Regel kein Problem tierische Bestandteile durch Arzneikräuter zu ersetzen. Ich werde Ihnen das für Ihre individuelle Rezeptur ganz konkret erklären.
Man liest immer wieder, dass in Asien Teile von geschützten und bedrohten Tierarten als Arznei verwendet werden. Wie wird sichergestellt, dass in Deutschland verwendete chinesischen Rezepturen keine solchen Bestandteile enthalten?
Deutschland und mehr als 160 weitere Nationen sind seit 1973 dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen beigetreten. Sie unterstützen damit in der sogenannten CITES, der „Convention on International Trade in Endangered Species“, dass Pflanzen- und Tierarten nicht durch den Handel am Überleben gefährdet werden. Über 1000 wildlebende Tiere dürfen überhaupt nicht mehr kommerziell gehandelt werden, weil ihr Bestand bereits so stark gefährdet ist. Weniger gefährdete, aber dennoch bedrohte Tier- und Pflanzenarten unterliegen einem kontrollierten, eingeschränkten und nachhaltigem Handel. Das gilt natürlich auch für Apotheken.